Wandern

Kalterer See: Panorama-Abstieg vom Mendel nach St. Anton

Der Mendelpass markiert die Grenze zwischen deutschem und italienischem Sprachgebiet sowie zwischen den Provinzen Südtirol und Trentino. Vom Mendel auf 1360 m geht es bergab nach St. Anton / Kaltern. Auf die Wanderer warten Panorama-Ausblicke auf die imposanten Dolomiten und den tiefblauen Kalterer See.

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Ausblick auf den Kalterer See, © Lisa K. Schuermann

Sie ist ein Klassiker, der bei keinem Urlaub rund um Kaltern fehlen sollte. Und so stand im Frühjahr 2016 auch bei uns auf dem Programm: eine Fahrt mit der altehrwürdigen Standseilbahn hinauf auf den Mendel.

Einst die steilste Bergbahn Europas

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Die Talstation der Mendelbahn, © Lisa K. Schuermann

Die Mendelbahn wurde 1903 erbaut und führt von St. Anton bei Kaltern hinauf auf den Mendelpass. Mit ihren teilweise bis über 60 Prozent Steigung war sie lange Zeit die steilste Bergbahn Europas.

Wir parkten direkt bei der Standseilbahn in St. Anton / Kaltern und freuten uns über einen kostenfreien Parkplatz sowie ebenfalls kostenfreie und saubere WCs.

Mit der modernen Mendelbahn mit ihrem Panorama-Dach ging es in etwas über 10 Minuten hinauf auf den Mendelpass. Dank des Weinpasses, den wir über unser Hotel bekommen hatten, kamen wir sogar kostenfrei hinauf.

Ein Aufstieg zu Fuß  über den teilweise sehr steilen Höhenweg erschien dem Ende März noch untrainierten Nordlicht zu anstrengend. Vielleicht nächstes Mal!

Atemberaubendes Panorama

Oben angekommen erwarteten uns bei strahlendem Sonnenschein noch einige Zentimeter Schnee. Währenddessen hatten wir 800 Höhenmeter weiter unten bereits im T-Shirt Eis essen können. Von der Bergstation aus bietet sich bei gutem Wetter ein herrlicher Ausblick über die Gipfel der Dolomiten.

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Die Gipfel der Dolomiten, © Lisa K. Schuermann

Abstieg vom Mendel

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Ortsausgangsschild Mendola: Von hier an geht es abwärts! © Lisa K. Schuermann

Talwärts sollte es nun aber zu Fuß gehen. Hinter dem Hotel Kaltererhof, direkt am Ortsausgangsschild Mendola stiegen wir den recht steilen Bergsteig hinunter durch den Wald in Richtung Kaltern.

Da die erste Zeit immer noch ein wenig Schnee lag, war es gut, dass wir feste Wanderschuhe trugen.

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Abstieg vom Mendel auf Waldwegen, © Lisa K. Schuermann

Achtung: Wenngleich die Strecke für Mountainbikes gesperrt ist, wollen sich einige Biker das riskante Vergnügen nicht entgehen lassen, und brettern auf den steinigen Trails talwärts. So war es auch bei uns. Da half nur schnell zur Seite springen!

Geschichtsträchtiger Pass

An zwei Stellen passierten wir die kehrenreiche Mendelstrasse. Die bei Bikern sehr beliebte Bergstraße kann auf eine glanzvolle Geschichte zurück blicken: Der im Jahr 1885 fertig gestellte Mendelpass war in den folgenden Jahrzehnten Schauplatz zahlreicher Rad- und Automobil-Rennen.

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Schweisstreibender Aufstieg – ob mit Rennrad oder Mountainbike: der Mendelpass, © Lisa K. Schuermann

Weiter hinab ging es, nun auf dem „Alten Mendelsteig“. Nach einiger Zeit kamen wir zu einem netten Rastplatz – ausgestattet mit Rundbank, Tischchen und vor allem einem atemberaubenden Ausblick auf Südtirol.

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Blick von unterwegs auf den Kalterer See, © Lisa K. Schuermann

Unser Blick schweifte von links über Bozen und Eppan nach rechts hin zum türkis- bis dunkelblau schimmernden Kalterer See, der schon zuvor immer wieder zwischen den Baumzweigen hervor geblitzt war.

Über allem trohnte eine imposante Bergkette. Wir erkannten Schlern, Rosengarten und all die anderen Gipfel, die bei anderer Witterung zwischen Wolken und Nebel verschwinden.

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Blick auf Südtirol, © Lisa K. Schuermann

Auf den gut markierten Wegen ging es weiter durch den Mischwald, vorbei an einem verfallenen Zollhaus und einem Brunnen. Hier begannen wir die rund 800 Höhenmeter abstieg langsam zu spüren: Es zwickte und zwackte in Knie und Hüfte.

Von daher waren wir dankbar, als nach einigen Kurven die ersten Hausdächer zu erkennen waren. Wir überquerten eine Brücke und wanderten noch gut einen halben Kilometer durch das beschauliche St. Anton hin zur Talbahn.

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St. Anton, © Lisa K. Schuermann

Fazit: Bei klarer Sicht bietet dieser Wander-Abstieg von gut zwei Stunden atemberaubende Aussichten auf die imposanten Gipfel der Dolomiten sowie den Kalterer See. Vorsicht: Wer untrainiert ist, dem geht der steile Weg bergab über rund 5 Kilometer ganz schön auf die Knie.

Reisezeit: Ende März

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