Wandern

Panoramawanderung: Vom Nigerpass zur Haniger Schwaige

Bei dieser einfachen Wanderung ab dem Nigerpass kommen alle Bergfreunde auf ihre Kosten, die sich an Flora und Fauna, gutem Essen und vor allem ein einem atemberaubenden Blick auf die Vajolet-Türme und den Rosengarten erfreuen möchten.

Gastbeitrag von Jan Welker aus Nürnberg

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Bergpanorama, © Jan Welker

Die Wanderung eignet sich besonders gut als Saisoneinstieg, wenn die Wandermuskeln noch nicht trainiert und die Ausdauer noch nicht auf dem Stand vom Vorjahr ist. Es gibt keine extrem anstrengenden Anstiege, dafür aber eine sehr schöne Einkehrmöglichkeit und einen genussvollen Abstieg mit der Option, auf den Bus umzusteigen.

Auf dem Hinweg zur Haniger Schwaige sollte man einigermaßen trittsicher sein: Es gibt einige Stufen, Wurzeln und kleine Bäche, die den Weg kreuzen.

Startpunkt Nigerpass

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Nigerpass, © Jan Welker

Los geht’s auf dem Parkplatz vom Nigerpass (1690 m), einem der steilsten Pässe Italiens. Die Straße zum Pass scheint auf Grund ihrer Kurven ein beliebtes Gebiet für Motorradfahrer zu sein, also Obacht bei der Anreise mit dem Auto! Am Nigerpass steht ein großer und kostenloser Parkplatz für Wanderer bereit.

Wer noch hungrig ist, kann vor der Wanderung im gegenüberliegenden Gasthaus essen oder einfach nur einen guten Espresso trinken.

Der Weg ist durchweg sehr gut markiert (Weg Nummer 1 und 7), die ersten Wegweiser befinden sich gleich neben dem Parkplatz. Man sollte einfach auf das Ziel „Haniger Schwaige“ achten.

Anfangs geht es auf einer Art „Waldautobahn“ sanft bergauf. Schnell wird der Weg aber schöner. Wälder und Wiesen wechseln sich ab.

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Schnitzereien, © Jan Welker

Wie im Gebiet der Dolomiten und der Seiser Alm üblich, gibt es immer wieder schöne Kettensägen-Schnitzereien zu sehen, die vermutlich von talentierten Waldarbeitern gefertigt wurden.

Alpenglöckchen und Enzian

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Alpenglöckchen, © Jan Welker

Auf der Wanderung zur Schwaige gibt es einige kleine Bäche – so genannte Murgänge – die überquert werden müssen. Wer hier gute und wasserdichte Wanderschuhe hat, ist im Vorteil. Unterwegs gibt es gerade im Frühjahr farbenfrohe kleine Blumen zu sehen, wie zum Beispiel das unter Naturschutz stehende Alpenglöckchen oder den Frühlingsenzian.

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Frühlingsenzian, © Jan Welker

Kurz bevor man den steilen Weg hinunter zu Haniger Schwaige erreicht hat, passiert man die so genannten Angelwiesen. Von dort aus hat man einen atemberaubenden Blick auf die imposanten Vajolet-Türme und auf die Westwand der Rosengartengruppe – vorausgesetzt es ist wolkenfrei, denn diese Schmuckstücke der Dolomiten verstecken sich gern in den Wolken.

Kleiner Tipp: Ob eine Hütte bewirtschaftet ist oder nicht, erkennt man schon vom weiten daran, ob eine gut sichtbare Fahne gehisst ist oder nicht.

Auftanken an der Haniger Schwaige

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Blick auf den Rosengarten von der Haniger Schwaige aus, © Jan Welker
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Brotzeitplatte, © Jan Welker

Angekommen an der Haniger Schwaige (1937 m) stärkt man sich am besten mit einer Brotzeitplatte und einem Glass Buttermilch. Die Tische und Bänke der Schwaige sind auf einem kleinen Hügel verteilt, von hier aus kann man ideal das Bergpanorama bewundern. In unserem Fall sorgten vorbeiziehende Wolken für ein Gefühl wie im Theater: Vorhang auf – Vorhang zu.

Für Kinder oder erwachsene Tierfreunde hält die Schweige noch eine ganz besondere Überraschung bereit. Hinter einem Holzzaun gibt es unter anderen kleinen Ziegen, Hasen und Zwergscheine zu sehen. Mit etwas Geduld lassen sich diese auch streicheln.

Gemütlicher Rückweg

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Ziegen an der Schwaige, © Jan Welker

Für den Abstieg haben wir uns für den Forstweg entschieden. Dieser Weg ist die Versorgungsstraße für die Schwaige. Vorbei an Wiesen mit wunderschönen Ausblicken und durch Wälder geht man gemütlich sanft bergab. Ab und zu sollte man sich beim Abstieg umdrehen, um den ständig wechselnden Ausblick auf die Dolomiten zu genießen. Immer wieder gibt es Bäche und Brunnen am Wegesrand, die Erfrischung bieten.

Nach wenigen Kilometern trifft man auf die Straße, die zurück zum Ausgangspunkt, dem Nigerpass, führt. Direkt an der Kreuzung von Forstweg und Straße ist eine Bushaltestelle, an der regelmäßig Busse halten. Für wenige Euro bringt der Bus müde Wanderer zurück zum Parkplatz wo die Wanderung begann.

Anmerkung: Dieser Beitrag ist ein Gastartikel von Jan Welker aus Nürnberg. Vielen Dank dafür!

Fazit: Mit ihren leichten Anstiegen, netten Einkehrmöglichkeiten und traumhaften Blicken aufs Bergpanorama eine ideale Wanderung für Genusswanderer oder für den Saisoneinstieg.

Höhenunterschied: 410 m

Reisezeit: Ende Mai

 

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