Radtouren

Radtour zum Cap Formentor

Der „Rennrad“-Klassiker im Norden Mallorcas ist auch für einen Ausflug mit Mountainbike oder Tourenrad zu empfehlen. Wer Höhenmeter und Haarnadelkurven bewältigt hat, wird am Leuchtturm vom Cap Formentor mit Ausblicken auf die tiefblauen Buchten von Pollença und Alcúdia belohnt.

Radtour zum Cap Formentor auf Mallorca, © Lisa K. Schuermann
Radtour zum Cap Formentor auf Mallorca, © Lisa K. Schuermann

Zu siebt hatten wir in Port d’Alcúdia im Norden Mallorcas für eine knappe Woche ein Ferienhaus gemietet. Nachdem die ersten Tage mit Insel-Erkunden, Baden, Eis-Essen und Wandern zügig verfolgen waren, sollte es für drei von uns endlich aufs Fahrrad gehen. Mallorca mit dem Rad zu erkunden, ist wirklich kein Geheimtipp!

El Dorado für Radfahrer

Davon zeugt auch die außergewöhnlich gute Infrastruktur an Fahrradverleihen und geführten Biketouren. Vor allem im Frühjahr wird die größte Baleareninsel von Radfahrern bevölkert.

Tour von Port Alcudia zum Leuchtturm Formentor, © Lisa K. Schuermann
Tour von Port Alcudia zum Leuchtturm Formentor, © Lisa K. Schuermann

Nachdem wir durch Port d’Alcúdia und Alcúdia gekurvt waren, kamen wir auf die Küstenstraße entlang der Bucht von Pollença. Nach rund acht Kilometern erreichten wir den Touristenort Port de Pollença am Fuße der ersten Ausläufer des Tramuntana-Gebirges.

Den herrlich flachabfallenden Sandstrand und die Cafés an der Promenade ließen wir rechts bzw. links liegen. Schließlich lag unser eigentliches Ziel noch vor uns!

Schweißtreibender Aufstieg zur Halbinsel Formentor, © über: Lisa K. Schuermann
Schweißtreibender Aufstieg zur Halbinsel Formentor, © über: Lisa K. Schuermann

Bald nach Port de Pollença ging es hoch hinauf auf die Halbinsel Formentor. Steil schlängelte sich die Asphaltstraße die ersten Höhenmeter nach oben und wir kamen zum ersten Mal richtig ins Schwitzen. Es war mittlerweile schon mitten am Vormittag und die Sonne brannte unerbitterlich vom strahlend blauen Himmel.

Panorama und Piraten

Belohnt wurden wir für die Anstrengung mit dem ersten Panorama-Ausblick der Tour. Direkt an der Straße ein paar hundert Meter vom Aussichtspunkt Mirador de mal Pas, auch Mirador d’es Colomer genannt, befindet sich ein Parkplatz. Trotz des Trubels der zahlreichen an- und abfahrenden Mietwagen, war genug Platz das alle den herrlichen Ausblick genießen konnten. Wir stiegen ein wenig die Stufen hinauf auf die einzelnen Aussichtsplattformen.

Ausblick von Mirador de mal Pas, © Lisa K. Schuermann
Ausblick von Mirador de mal Pas, © Lisa K. Schuermann

Da wir nur kurz rasten wollten, wanderten wir nicht weiter zum Piratenturm Talaia.  Einst erreichten die Inselbewohner diesen und weitere Türme auf der Halbinsel, um sich nähernde Piratenschiffe rechtzeitig zu erspähen.

Tal zum Verschnaufen vorm nächsten Anstieg

Was wir an Metern hochgestrampelt waren, ging es nun wieder bergab. In rasanten Kurven rasten wir hinunter in das Tal Cala Pi. Der Weg führt nun durch kleine Wäldchen und die knorrigen Bäume spenden etwas Schatten. Nachdem es ein paar Kilometer nur leicht bergauf und bergab gegangen war, kam nun wieder ein Anstieg.

Steil abfallende Felsen

Häufig direkt am Abgrund entlang und leider ohne schattenspendende Bäume führte uns die Straße nun oft kurvenreich weiter gen Inselspitze. Wer wie ich nicht ganz schwindelfrei ist, verzichtet lieber auf den ein oder anderen Seitenblick hinab.

In jedem Fall ist es wichtig, sich von den oft traumhaft schönen Ausblicken nicht komplett in den Bann ziehen zu lassen, denn die Straße ist recht stark frequentiert.

In Sichtweite: der Leuchtturm an der Nordspitze Mallorcas, © Lisa K. Schuermann
In Sichtweite: der Leuchtturm an der Nordspitze Mallorcas, © Lisa K. Schuermann

Auf dem rund sieben Kilometer langen Reststück der Tour passierten wir auch einen kurzen Tunnel. Achtung: Dieser ist nicht beleuchtet. Also unbedingt darauf achten, Licht am Rad zu haben!

Leuchtturm an der Nordspitze des Cap Formentor

Am Ziel: Cap Formentor, © Lisa K. Schuermann
Am Ziel: Cap Formentor, © Lisa K. Schuermann

In der Mittagszeit waren wir schließlich am (vorläufigen) Ziel: Der 1892 erbaute Leuchtturm am Cap Formentor lag vor uns. Etwas überrascht von den Menschen-Mengen – vom Rad aus war uns die Anzahl der vorbeirauschenden Autos überschaubar vorgekommen – reihten wir uns in die hungrig wartende Schlange im Café.Trotz der gesalzenen Preise schmeckte uns das wohlverdiente süße Mittagsgebäck besonders gut.

Vom Leuchtturm aus genossen wir den herrlichen Ausblick auf die Buchten von Alcúdia und Pollença.

Tiefblaue Buchten, © Lisa K. Schuermann
Tiefblaue Buchten, © Lisa K. Schuermann

Auf dem Rückweg legten wir ungefähr auf der Hälfte der Strecke noch einen Badestopp an der Playa de Formentor mit ihrem von einem Pinienwäldchen gesäumten weißen Sandstrand ein. Dann ging es zurück nach Port d’Alcúdia: sehr müde und erschöpft, aber mit dem guten Gefühl, eine absolute Traumtour gefahren zu sein!

Fazit: Ein „Muss“ für alle Mallorca-Besucher ist die ganztägige Radtour zum „Treffpunkt der Winde“ am Cap Formentor. Im Sommer sind ein Start in der Früh und ausreichend Wasser zu empfehlen.

Länge: rund 60 Kilometer

Höhenmeter: insgesamt rund 1.000 m

Reisezeit: Juni

 

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